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Donnerstag, 19. Mai 2016

Reiseblog - Indien 2016 - wieder zurück - Teil 1

Da ich ohne großen Text einfach so nach Indien verschwunden bin, hoffe ich euch heute mit ein paar Gedanken dazu versorgen zu können. Mit der ursprünglich Idee, Tiger in freier Wildbahn zu beobachten und zu fotografieren konzentrierte sich die Suche nach einer Reiseroute relativ schnell auf die drei größten National Parks westlich und südlich von Delhi. Da Indien jedoch nicht nur eine unglaublich vielfältige Natur hat, sondern auf Grund der bewegenden Geschichte auch reich an kulturellen und religiösen Stätten ist und um die Fahrten zwischen den Parks sinnvoll zu verbringen, sollten natürlich auch diese Highlights nicht fehlen. Alles in allen endete die Suche mit einer individuell durch IndienReisen.com - Ihre Indien Rundreise Partner vor Ort - zusammengefassten Tour, auf der mich diesmal mein Großcousin begleitete.
Humayun’s Tomb  in Alt Delhi
Das Abenteurer beinhaltete also verschiedene Führungen in Neu und Alt Delhi, Jaipur, Agra, der charmanten mittelalterlichen Stadt Orchha und Khajuraho, das als die Tempelstadt Zentralindiens verehrt wird und für seine unglaubliche Anzahl von kunstvoll geschnitzten Tempeln und erotischen Skulpturen aus dem 10.Jahrhundert berühmt ist. In zwei Nationalparks dürften wir uns über private Pirschfahrten mit eigenem Fahrer und zugeteiltem Naturführer freuen. Lediglich in einem Park teilten wir den Jeep mit weiteren Reisenden. Bei insgesamt 16 geführte Tigersafaris im Bandhavgarh National Park (Madhya Pradesh), Kanha Tiger Reservat (Madhya Pradesh) und Ranthambore Nationalpark (Rajasthan) hatten wir ausreichend Zeit für die Beobachtung von Shir Khan, Balu, Baghira und King Louie. Hinzu kam auch ein Besuch im Keoladeo National Park, im Winter ein Paradies für Zugvögel, aber auch im Sommer die Heimat von vielen interessanten Vögeln.

Nun aber erstmal von vorne:


Der Direktflug mit dem Airbus A380 von Frankfurt nach Delhi war super angenehm. Einzig der Temperaturunterschied von 35 Grad trotz der nächtlichen Ankunft war ein bisschen gewöhnungsbedürftig.
Qutb Minar in Alt Delhi
Jama Masjid










Ohne große Eingewöhnung stand der nächsten Tag für die Besichtigung von Delhi zur Verfügung.
In Alt Delhi waren das vom berühmten Meena Basar umgebenen "Red Fort", der Jama Masjid mit ihren spitz zulaufenden Minaretten und wundervollen Marmorkuppeln super interessante Plätze. Natürlich fehlte auch eine Rikschafahrt durch die engen und geschäftigen Gassen ebenso wenig wie die Besichtigung des kolossalen Qutb Minar, eines 73 Meter hohe Siegesturm der 1236 fertiggestellt wurde, um Qutb-ud-Dins Niederlage der Türken zu feiern. Mein absolutes Highlight war aber der Besuch beim eleganten Humayun’s Tomb, ein feines Beispiel früher Mogul-Architektur, das eindeutig seine persische Vorgeschichte reflektiert und richtungweisend für den Stil des Taj Mahals war. Als ein kompletter Kontrast stand Neu Delhi in formaler Pracht. Hier besuchten wir die Rashtrapati Bhawan (die offizielle Residenz des Präsidenten) und das India Gate, welches den 90.000 Soldaten der vormaligen britisch-indischen Armee gedenkt, die ihr Leben im Kampf für das indische Reich verloren haben.
Chandni Chowk  in Alt Delhi
Straßenszene in Alt Delhi










Nach dem Tag in Delhi ging die Reise weiter nach Jaipur, auf Grund der vielen Gebäude mit Sandsteinfassaden auch die pinke Stadt genannt. Hier verbrachten wir einen Nachmittag und den darauffolgenden Vormittag. Auf unsere Listen standen das Amber Fort, das Nahargarh Fort und der Stadtpalast, bekannt für seine Sammlung fürstlicher Kleidung, Teppichen und Sänften. Weiterhin verbrachten wir viel Zeit in den engen Einkaufsgassen des Tripolia Basar und des Bapu Basar. Neben einem kurzen Blick auf den Hawa Mahal auch als Palast der Winde bekannt, besichtigten wir das Jantar Mantar, eine Sammlung aus 14 enormen astronomischen Instrumenten, die von Maharajah Jai Singh II im frühen 18.Jahrhundert gebaut wurden. Die Instrumente wurden benutzt, um Eklipsen vorherzusagen, die Zeit zu messen und Entfernungen zu bestimmen.
Entfernung ist ein gutes Stichwort, denn für die Überlandstrecken oder auch die Fahrten durch die großen Städte stellten wir relativ schnell fest, das man mit maximal 40km/Stunde im Schnitt rechnen sollte. Und ohne ständiges Hupen geht auch in Indien so gut wie nichts. Was auf den ersten Blick wie das reine Verkehrschaos aussieht, funktioniert aber in Allgemeinen doch irgendwie, auch wenn neben Autos und Motorrädern zusätzlich jede Menge Tuk Tuk´s, Fahrräder, total überladene Lkw´s, Menschen, Kühe und alles was sonst noch fahren oder laufen kann, die Straßen und Weg ohne jegliche Struktur nutzt und dadurch jede kleine Lücke sofort geschlossen wird.

Tiger im Ranthambhore National Park
So sind wir also nach einer halbtägigen Fahrt Richtung Westen abends endlich am ersten Nationalpark angekommen, um dort 2 volle Tage zu genießen. Der Ranthambore National Park ist ein malerischer Ort, gelegen zwischen den Aravali Hügeln und dem Vindhyan Plateau im östlichen Teil von Rajasthan, dem uralten Ort, wo die Maharajas von Jaipur auf Jagd gingen. So begaben wir uns auch auf die Jagd ... nach guten Sichtungen und schönen Aufnahmen. Und wurden schon am ersten morgen für das frühe Aufstehen und die kommenden Fahrten durch die größtenteils trockenen und staubigen Landschaften in den Nationalparks entlohnt.
Lippenbär im
Ranthambhore National Park
Die atemberaubende Begegnung mit einer großen Tigerin, welche nach anfänglicher Schläfrigkeit ein bisschen aktiver wurde um schließlich vor unseren Augen eine Wasserstelle zum Trinken aufzusuchen. Die Anmut und Erhabenheit mit welcher das passierte, war einfach sagenhaft.
Zu den weiteren Highlights in diesen zwei Tagen zählten auf jeden Fall noch zwei weitere spannende Begegnungen. Die kurze Begegnung mit einem in diesem Gebiet Indiens seltenen und eigentlich Nachtaktiven Lippenbär und der unglaublichen Möglichkeit einem Leoparden bis zu einem Reh Kadaver zu folgen und aus knapp 15 m Entfernung beim Fressen zu beobachten.
Taj Mahal in Agra
Der Abschied Richtung Agra viel uns trotzdem nicht so schwer, da wir voller Vorfreude auf das berühmte Taj Mahal waren. Wir wussten zwar bereits, dass drei der vier Türme wegen Renovierungsarbeiten nur hinter Bambusgerüsten zu sehen sein würden. Der Glanz und die unvergleichliche Schönheit dieses Monuments, das für die Liebe gebaut wurde, ging trotzdem weit über alle menschlichen Erwartungen hinaus. Dank seiner perfekten Symmetrie in jedem Aspekt, ist der Bau für seine beachtliche Marmorqualität mit Einlegearbeiten von Halbedelsteinen bemerkenswert und steht als Zeugnis der Fähigkeiten der 20.000 Handwerker, die aus Persien, der Türkei, Frankreich und Italien zusammen gebracht wurden, um dieses ‚Liebesgedicht in Marmor‘ in 17-jähriger Bauzeit zu vollenden.

weiter geht´s dann mit Teil 2 des Berichtes mit ausführlichen Informationen zur Tigerbeobachtung, dem als Vorlage zum Dschungelbuch dienende Nationalpark "Kanha Tiger Reservat" und einem Tempel voller erotischer Skulpturen.