Reiseblog - Südafrika 2018 - wieder zurück

Afrikanische Wildhunde
wie schnell 4 Wochen vergehen, wenn man jeden Tag aktiv und unterwegs ist. Und wie ausgepowert man sein kann, wenn man 4 Wochen freiwillige Arbeiten in unterschiedlichsten Bereichen durchführt, einen vollgepackten Tag hat, zusätzlich keine freie Minute mit Unützem verschwendet, sportlich an die körperlichen Grenzen geht, nebenbei sich mit dem Fotografieren, der Fotobearbeitung beschäftigt und kaum Zeit zum Schlafen findet. Klingt für manche sicherlich nach einem Horrortrip. Für mich ist das der perfekte Urlaub. Und so war es diesmal Mal super schön und super anstrengend.

Der durchschnittliche Tagesablauf begann mit dem frühen Aufstehen, meisten so gegen 5 Uhr. Ganz klar, um entweder rechtzeitig zum Erwachen der Tierwelt in einem der drei Naturreservate zu sein  oder um die körperlich aktiven Aufgaben noch vor der heißen Mittagszeit beenden zu können. Noch vor dem Mittag stand meistens Projektarbeit oder Lektüren bzw. Vorträge auf dem Programm.
die afrikanische Steppe

Um die Mittagszeit wurde uns eine Stunde zum Ausspannen gegönnt, so dass der frühe Nachmittag für weitere Projektarbeit oder Vorbereitungen auf Aktiviäten für die nächsten Tage zur Verfügung stand. Am späten Nachmittag bzw. den frühen Abendstunden ging es wieder raus in die Reservate um weitere Daten zu sammeln und die Tierwelt zu beobachten. Nach dem für uns zubereiteten Abendessen wurde in der Lounge Karten oder Tischtennis gespielt, sich unterhalten, Fotos bearbeitet oder über das Erlebte am Tag sinniert.
Hyänen beim Fressen
An den Wochenenden wäre etwas Zeit zum Erholen und Ausschalfen gewesen. Allerdings gibt es ja immer soviel mehr zu erleben, so dass die Entspannungszeit mit zwei Ausflügen in den Kruger Nationalpark (um noch mehr Tiere zu sehen) und einfachen Wanderungen am landschaftlich super interessanten Blyde River Canyon und der Panorma Route sowie der Besichtigung der nächst gelegene Stadt zum Bummeln torpediert wurde.

Einen kleinen Überblick über die Aufgaben:

- Forschung, Feldarbeit:
Aufgabenverteilung
Im Bereich Forschung und Feldarbeit lagen die Hauptaufgaben darin, in den verschiedenen Naturreservaten Daten zu erfassen. Hauptsächlich geht es hier um den Tierbestand im Allgemeinen, sowie die Erfassung der wichtigsten Säugetiere ud Raubtiere. In Bezug auf Elefanten, Nashörner und Löwen wurde in jeweils unterschiedlichen Reservaten auch die Indentifizierung der einzelen Individuen vorgenommen sowie das Verhalten untereinander und zu äusseren Einflüssen dokumentiert. Dazu gehörte auch das Erkennen und Lesen von Tierspuren in allen möglichen Formen, also Fußabdrücken, Kot oder Markierungen and Bäumen und Pflanzen. Bei Leoparden oder Leopardenpfotenabdrücken wurde ebenfalls eine Identifizierung vorgenommen, bzw. die Abdrücke, Schrittlänge usw. gemessen um Informationen über das Verbreitungsgebiet und die Wanderrouten der einzelnen Individuen zu erlangen. In einem der Reservate wurde in regelmäßigen Abständen die Batterien und SD-Karten der Kamerafallen ausgetauscht, sowie die die Lage und Blickrichtung optimiert. In allen Reservaten wurden zudem die Population von Greifvögeln dokumentiert. Dazu gehörte das Erkennen der Art, des Geschlechts und des Verhaltens sowie das Aufzeichnen der GPS-Koordinaten und der Art der Sichtung.

-Projektarbeit:
Projektarbeit in der Lounge
In der anschliessenden Projektarbeit wurden die gesammelten Informationen zusammengefasst und digitalisiert. Ungenaue Informationen wurden präzisiert und die Indentifizierung überprüft. Falls keine Übereinstimmung mit bekannten Individuen vorgenommen werden konnte, wurde an Hand der Aufnahmen und Daten ein neues ID Kit angelegt. Ein weitere Bestandteil der Projektarbeit war die Prüfung und Zuordnung der durch die Kamerafallen erzeugen Bilder. Vor allem die Durchsicht der nächtlichen Fotos war mehr als spannend.


- Naturschutz und -erhaltung:
Dornenbüsche entfernen
Für den Naturschutz und die Erhaltung des Lebensraum waren wir vor allem in einem der Reservate und in der Nähe unserer Lodge aktiv. Um große Waldbrände zu verhindern muss zwischen den Naturreservaten und den besidelten Gebieten eine Brandschutzschneise angelegt sein und diese auch gepflegt werden. Das bedeutet dornige Sträucher und abgestorbenen Bäume entfernen. Mit noch mehr Dornen hatten wir es bei der Rodung von dort nicht heimischen großen Dornensträuchern zu tun, welchen sich unter anderem um vorhanden Bäume schlingen und so die Vegetation zerstören. Ziemliche fies. Aber auch ein riesen Spaß. Die üblichen 3% Verlust waren dann ein zerrissenes T-Shirt, eine löchrige kurze Hose und jede Menge kleine Risse und Schrammen am ganzen Körper. Körperlich angenehmer war da schon das Entfernen von Tierfallen. Kleine an Zäunen angebrachte Drahtschlingen sind allerdings gar nicht so einfach zu erkennen, wenn man mehrer Kilometer lang die Zäune zu besideltem Gebiet prüft und erforderten doch einigen an Konzentration. Gefunden haben wir dann doch einige, was auf der einen Seite gut ist, das diese ja nun nicht mehr nutzbar sind, allerdings auf der anderen Seite zeigt, dass Wilderei auf kleine Säugetiere mit effektiven Fallen leider immer noch durchgeführt wird. Und zu guter letzt zählt auch die Überpfung des Zustands der Zaunanlagen um die Reservate auf der Liste der Arbeiten. Auch hier ist eine hohe Konzentration gefragt, um kleine Löcher im oder Mulden unterhalb der Zäune aufzuspüren und zu erkennen.

- Soziales:
in der Schule wird gelesen
Im sozialen Bereich gab es zwei verschieden Projekte, wo unser Mithilfe gefragt war. Zum einen unterstützten wir die Kinder einer nahegelegenen Schule im Unterrich beim Lesen von englischen Büchern. Ab einem bestimmten Alter müssen die Kinder neben ihrer bis dahin gelernten heimischen afrikanischen Sprache auch Englisch lernen, ohne allerdings die nötige Zeit oder Lehrmittel zu haben. Und so gibt es den so gennannten 2Reading Club", wo die Kinder der verschiedenen Altersstufen aus verschiedenen Kinderbüchern vorlesen um das Verständis und die Aussprache zu verbessern. Ein weiteres Projekt ist "Farmers of the future". Hierbei werden Menschen unterstützt, welche einen eigene Gartenanlage aufbauen und nutzen möchten. Im Moment wird die Gartenfläche einer Schule genutzt, um Felder für den Eigenbedarf und erste Verkäufe zu bewirtschaften. Die Gartenarbeit auf arfikanischen Boden kann mitunter sehr hart und frustrierend sein. Verschieden Nutzpflanzen benötigen spezielle Gegebenheiten und sinnvoll gedeihen zu können. Auch die Versorgung und Speicherung mit ausreichend Wasser ist ein spezielles Thema. Und zu Guter letzt muss auch das allgemeine Wissen rund um den Gartenbau und Anbau von Nutzpflanzen gelehrt werden. Unsere Arbeit war mit der Arbeit im heimischen Garten durchaus zu vergleichen. Zu unseren Aufgaben zählte das Umschichten der Erde, Unkraut jäten, Mutterboden untermischen und Bete für das säen von Gemüsekeimen vorbereiten welche auch unter der afrikanischen Sonne gedeihen.

Leopard
Alles in allem waren diese vier Wochen genau nach meinem Geschmack. Viel Abwechslung, viel Neues, Bewehrtes einsetzen, Ideen entwicklen, Wissen aneignen und weitergeben. Einfach klasse!

Projektinformationen: Leoparden und Raubtier-Projekt von African Impact, einer in ganz Afrika tätigen Organisation für Freiwilligenarbeit. Die Projektgebühr, welche von uns Freiwilligen bezahlt wird, um die Projekte zu unterstützen, wird verwendet, um die laufende Entwicklung weiterer Programme zu finanzieren und erlaubt es, durch die African Impact Foundation und ALERT weitere Projekte und Spenden zu unterstützen. Go volunteering!



Kleine ganz groß



Zärtlichkeiten